Pressestimmen: Der VfL baut für die Zukunft

An der Jesinger Straße könnte sich schon bald sehr viel tun: Geht alles nach Plan, dann soll bereits in zwei Jahren das neue Sportvereinszentrum des VfL Kirchheim in Betrieb gehen.

 

Am gestrigen Freitag haben die VfL-Vorsitzende Doris Imrich, der Präsident des Württembergischen Landessportbunds (WLSB), Klaus Tappeser, sowie Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. In der Vereinbarung erklären die drei beteiligten Organisationen – VfL, WLSB und Stadt Kirchheim – ihre Absicht, das geplante Sportvereinszentrum nach Möglichkeit zu verwirklichen.

Dass das Zentrum sinnvoll sein kann, steht wohl außer Frage: Aus der Perspektive Kirchheims und des VfL sagte Doris Imrich gestern: „Unser Gebäude ist nicht mehr im modernsten Zustand, es ist nicht mehr repräsentativ." Schon allein aus stadtplanerischer Sicht ist es deshalb geboten, anstelle der bisherigen Gebäude am Stadion etwas neues und zeitgemäßes zu erstellen.

Der tiefere Sinn für das geplante Sportvereinszentrum ist aber ein ganz anderer. So führte Klaus Tappeser gestern aus: „Der demografische Wandel bedeutet nicht nur, dass es weniger Junge und mehr Ältere gibt. Er bringt auch eine Einstellungsänderung." Statt der Devise „frisch, fromm, fröhlich, frei" von Turnvater Jahn gelte heutzutage eher das Motto: „Freizeitverhalten, Fernsehen, Facebook, Faulheit." Auch die Bereitschaft, sich in Vereinen zu engagieren, nehme immer mehr ab.

Speziell diejenigen, die mitten im Berufsleben stehen und für aktiven Mannschaftssport keine Zeit mehr haben oder auch ihren sportlichen Zenit schon überschritten haben, seien wichtig für die Sportvereine: Sie könnten sich vielfach ehrenamtlich engagieren. Viele von ihnen wenden sich aber vom Sportverein ab, weil er für sie keine passenden Angebote mehr hat. Das Vereinssportzentrum soll dies ändern. Es bietet außer Kursräumen vor allem auch ein Fitnessstudio mit 400 Quadratmetern, eine Sportsauna und den notwendigen Sanitärbereich. Zusätzlich beherbergt das geplante Zentrum die Geschäftsstelle des VfL sowie eine Praxis für Physiotherapie.

Die Konkurrenzsituation mit kommerziellen Fitness-Anbietern sieht Klaus Tappeser durchaus. Aber einerseits belebe Konkurrenz das Geschäft, und andererseits habe im Umfeld der ungefähr 40 Vereinssportzentren, deren Entstehen der WLSB in den vergangenen sechs Jahren gefördert und betreut hat, noch kein einziges kommerzielles Studio schließen müssen.

Das Vereinssportzentrum ist nämlich nur für Vereinsmitglieder gedacht – zunächst ausschließlich für die des VfL, wobei auch angedacht ist, die Mitglieder anderer Sportvereine in Kirchheim einzubinden. Aus den Sportvereinen würden durch solche Zentren durchaus auch „kleine mittelständische Unternehmen" werden, meinte der WLSB-Präsident ges­tern. Als Beispiel nannte er den TV Rottenburg, der sein Sportvereinszentrum täglich von 8 bis 23 Uhr geöffnet habe und zu diesem Zweck rund 70 Mitarbeiter beschäftigt.

Der VfL Kirchheim kann dieses Projekt nicht alleine stemmen, auch das wurde gestern deutlich. Die Kos­ten sind auf vier Millionen Euro veranschlagt, wobei der Verein keine Eigenmittel einbringen könne. Allerdings gehe kein Verein mit einem solchen Sportzentrum ein unkalkuliertes Risiko ein, wie Klaus Tappeser betonte: „Vier Millionen Euro, das ist für einen Verein schon ein Riesending. Aber deshalb begleitet der WLSB ein Vereinszentrum auch von der ersten Ideenskizze bis zum Betrieb." Die notwendige Marktanalyse beispielsweise habe der Württembergische Landessportbund bezahlt.

Die Analyse wiederum habe ergeben, dass bis zu 2 500 Menschen das Kirchheimer Vereinssportzentrum nutzen würden. Doris Imrich zufolge ist die Planung etwas vorsichtiger: „Wir richten das Gebäude auf 1 800 Menschen aus." Dass diese Annahme nicht verkehrt ist, zeigen auch die Ergebnisse der Kirchheimer Sportentwicklungsplanung, die bereits 2006 begonnen hat. Nicht zuletzt seien auch Ergebnisse einer speziellen Zukunftswerkstatt bereits in die Planungen miteingeflossen.

Was bis jetzt aber noch nicht endgültig steht, das ist die Finanzierung des Projekts. Da werde es in nächster Zeit noch viele intensive Gespräche geben, sagte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. Ein Knackpunkt ist auch die notwendige Bürgschaft der Stadt Kirchheim, über die der Gemeinderat zu entscheiden hat. Auch die Frage, in welcher Höhe die Stadt das Projekt bezuschusst, ist noch offen. Trotzdem drängt die Zeit, wenn das Zentrum bereits im November 2013 in Betrieb gehen soll, wie Doris Imrich ankündigte.

Der nächste Zeitplan sieht wie folgt aus: Am 9. Dezember gibt es eine außerordentliche Mitgliederversammlung des VfL Kirchheim. Am 14. Dezember würde dann bereits der Kirchheimer Gemeinderat über die Zukunft des Sportvereinszentrums beraten.

Was zusätzlich zum Sportvereinszentrum noch geplant ist, das ist ein Sportpark rund ums Stadion, den auch Menschen benutzen können, die nicht Mitglied in einem Sportverein sind. Auch davon war gestern immer wieder die Rede. Allerdings gebe es noch keine konkreten Planungen, sagte die Oberbürgermeisterin, die folgendes Fazit zur aktuellen Kooperationsvereinbarung zog: „Ich freue mich, wenn es gemeinsam mit dem VfL, dem WLSB und der Stadt gelingt, durch das Vereinssportzent­rum rechtzeitig auf den demografischen Wandel zu reagieren."

 

Quelle: http://www.teckbote.de/nachrichten/stadt-kreis_artikel,-Der-VfL-baut-fuer-die-Zukunft-_arid,69909.html vom 29.10.2011

An der Jesinger Straße könnte sich schon bald sehr viel tun: Geht alles nach Plan, dann soll bereits in zwei Jahren das neue Sportvereinszentrum des VfL Kirchheim in Betrieb gehen.